Versuchtes Tötungsverbrechen im Raum Baumholder

Versuchtes Tötungsverbrechen im Raum Baumholder

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach führt ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes gegen einen in Baumholder stationierten 30 Jahre alten US-Soldaten und eine 28-jährige in einem Ort in der Verbandsgemeinde Baumholder wohnhafte deutsche Staatsangehörige.

Nach den bisherigen Ermittlungen ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: Beide Beschuldigte hatten seit mehreren Monaten ein Verhältnis miteinander. In der Nacht zum 02.02.2011 ließ die Beschuldigte ihren Freund ins Haus, während ihr Ehemann im Obergeschoss schlief. Unter einem Vorwand weckte sie ihn und rief ihn ins Erdgeschoss, wo ihn der US-Soldat, der sich maskiert hatte, völlig überraschend mit einem Hammer angriff, um ihn zu töten. Im anschließenden Gerangel würgte er ihn fast bis zur Bewusstlosigkeit.  Dem Opfer gelang es, in die Küche zu flüchten. Es wurde aber vom  Angreifer verfolgt. Beide griffen nach Messern. Der Beschuldigte stach dem sich wehrenden  Ehemann dreimal in den Rücken. Dennoch gelang es ihm, aus dem Haus zu flüchten und um Hilfe zu rufen.

Der 33jährige Geschädigte wurde umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert, nachdem Nachbarn Polizei und Rettungskräfte verständigt hatten. Dort wurden  mehrere Platzwunden am Kopf und drei Stichwunden im Rücken festgestellt. Ein Stich hatte die Lunge getroffen,  so dass zunächst akute Lebensgefahr bestand. Zwischenzeitlich ist der Verletzte wieder ansprechbar und konnte bereits vernommen werden.

Der beschuldigte US-Soldat macht keine Angaben. Die ebenfalls beschuldigte Ehefrau des Opfers hat lediglich eingeräumt, dass es sich bei dem beschuldigten Angreifer um ihren Freund handelt. Sie bestreitet jedoch jegliche Beteiligung an der Tat.

Der Haftrichter des Amtsgerichts Bad Kreuznach erließ gestern antragsgemäß Haftbefehl wegen versuchten Mordes gegen den US-Soldaten. Er wurde auf Antrag der US-Militärbehörden zum Vollzug der Untersuchungshaft an diese überstellt. Die Entscheidung über eine Abgabe des Verfahrens gegen den Soldaten an die US-Behörden nach dem NATO-Truppenstatut ist noch nicht getroffen.

Ein Haftbefehl gegen die mitbeschuldigte Ehefrau des Opfers ist nicht ergangen.

Die Ermittlungen dauern an.

Michael Brandt
Oberstaatsanwalt